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Nächste Station: Odense, Dänemark.

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viel Haha in HH

Wenn ich schon ein mal in Dänemark bin, muss ich doch die einmalige Gelegenheit nutzen und... nach Deutschland fahren! Deutschland soll ja viel zu bieten haben, habe ich gehört, und vor allem leckeres Essen soll an jeder Ecke zu absoluten Schleuderpreisen verhökert werden. Und da wir unsere Erasmusstudenten-Gruppe hier auch liebevoll "die Verfressenen" (getreu dem Motto: Morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein Kaiser, abends wie ein Kaiser) nennen, mussten wir natürlich dahin.

Aber im Ernst: Ein Besuch in Hamburg lohnt sich eigentlich immer und da die schöne Hansestadt von Odense nur 278 Kilometer entfernt liegt (im Vergleich dazu: von Oberrotweil nach Hamburg sind es 749 Kilometer), haben wir am vorletzten Wochenende einen Ausflug in den "Süden" gemacht. Nach gut zwei Monaten mal wieder nach Deutschland zu kommen war tatsächlich ein sehr großes Vergnügen. Ich hätte das so gar nicht erwartet, aber ich habe mich gefreut wie ein kleines Kind als wir die Reeperbahn runtergeschlendert sind. Deutsche Reklame, deutsche Bäckereien, türkische Dönerläden - alles typisch Deutsche halt. Selbst den klassischen Gruppen von 50jährigen Männern, die ihren alljährlichen Kegelclub-Ausflug ins Spaßparadies Hamburg machen und sich schon mittags um 16 Uhr mit Bier und Flachmann in der Hand des Lebens freuen, konnte ich in dieser Situation etwas abgewinnen.

Und trotzdem ist man das dänische Umfeld mittlerweile so gewöhnt, dass es uns immer wieder mal passiert ist, dass wir uns mitten auf der Straße umgedreht haben und deutsch sprechende Passanten mit großen Augen angeschaut haben und freudig rufen wollten "Hey, ihr seid ja auch Deutsch!". Ja, ihr seht schon - wie das halt so ist, kommt die Liebe zur Heimat erst so richtig auf, wenn man ihr eine Weile fern bleibt, auch wenn es wie in meinem Fall nur zwei Monate sind.

Hamburg, die meiner Meinung nach eine der schönsten unter den schönen deutschen Städten ist, eignet sich hervorragend für so ein Wiedersehen mit dem Heimatland. Nachdem wir am Freitag Morgen mit der üblichen Stunde Verspätung losgefahren sind, kamen wir gegen 16 Uhr in unserem simplen, aber sympathischen Hostel unweit der Reeperbahn an. Für die Verfressenen gabs dann erst mal eine ordentliche türkische Pizza mit Dönerfleisch und dann einen Spaziergang die Reeperbahn runter zum nächtlich-beleuchteten Hafen. Abendliches Feiern geht im Hamburg natürlich auch sehr gut und so haben wir die Bars am Hamburger Berg abgeklappert, wo mal wieder was anderes lief als nur Rihanna, Taio Cruz und Alphabeat in Endlosschleife (obwohl mir die eben genannten hier in Odense schon SEHR viel Spaß bereitet haben!) und wo am Straßenrand Mojito, Caiprinha und Co für 3 Euro im Plastikbecher verkauft wurde - sowas würde man in Dänemark nämlich auch nicht finden. Wie schnell man doch alte Selbstverständlichkeiten wieder als exotisch empfindet, wenn eine Weile nicht gesehen.

Am Samstag ging es dann erstmal ins Schanzenviertel. Ich war zwar schon in Hamburg, in diesem Viertel aber nicht. Besetzte Häuser, alternative Cafés, Bio-Klamottengeschäfte - bei so was denke ich eigentlich eher an Berlin, oder auch an das alternativ-grüne Freiburg. In einer Großstadt wie Hamburg gibt es aber halt offenbar auch alles und das Schanzenviertel hat jedenfalls viel Charme. Für uns gab es ein spätes Anti-Augenringe-Frühstück, das wahlweise aus Brötchen und Ei oder Pizza bestand, so dass wir dann genug Energie hatten um uns in die Terrer-Gefahren-Zone Hauptbahnhof zu begeben. Wir sind gekonnt jeder herrenlosen Tasche ausgewichen und am Ende unversehrt in der Einkaufsstraße angekommen, wo wir einen weiteren tollen deutschen Vorzug feststellen konnten: Ladenöffnungszeiten. Habt ihr gewusst, dass Geschäfte in Deutschland sogar Samstags bis um 20 Uhr geöffnet haben? Es schien mir als hätte ich in einem vergangenen Leben schon einmal davor gehört. In Dänemark haben wir allerdings schon Samstags um 15:05 Uhr vor verschlossenen Ladentüren gestanden und unter der Woche machen H&M, Vero Moda und Co auch gerne um 17 Uhr zu. Und im Vergleich zur hübschen, aber bescheidenen 'Vestergade' in Odense wirken die Geschäfte in der Hamburger Mönckebergstraße fast schon gigantisch. Gut, der Vergleich zwischen einer 190.000 Einwohner- und einer 1,8 Millionen-Einwohner-Stadt hinkt ein wenig. Aber jedenfalls war es schon schön mal wieder lang, ausgiebig und großstädtisch zu shoppen bis zum droppen. Bis wir uns nämlich schließlich zum nächsten bezaubernden Essen (diesmal Sushi, wieder total toll :-) aufgemacht haben, war es 22 Uhr und entsprechend spät ging dann auch das eigentliche Abendprogramm los. Trotzdem haben wir es am Sonntag geschafft den Hafen, die Hafencity und die Speicherstadt abzuklappern und am Ende sogar noch eine Hafenrundfahrt oben drauf zu setzen. Wir haben auch genau das richtig Timing erwischt und konnten vom Schiff aus der Sonne beim Untergehen hinter den Verladekränen zusehen :-)

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Ein bisschen verliebt hab ich mich außerdem in ein kleines Café namens "Brücke 10" an den Landungsbrücken, das ich gerne zu meiner Wohnung umfunktionieren würde. Seht selbst:

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Als schönen Abschluss gab es für uns dann noch mal eine tolle Kombination mit dem besten aus beiden Welten - der deutschen und der skandniavischen. Die Schwedischen, Dänischen und Norwegischen Kirchen Hamburgs haben nämlich zu kleinen Weihnachtsmärkten geladen und so gabs für uns im vertrauten Deutschland vertraute skandinavische Kanelsnegln, Almondy Torte und Smorrebrod - so viel Vertrauen auf einmal, the Hammer!

Die kleine Reise ins ferne Land hat sich für uns jedenfalls mehr als gelohnt, nicht zuletzt weil es der letzte größere Trip für uns als Großgruppe war. Die Zeit rasst jetzt nämlich nur so da hin - zwei Wochen sind es nur noch und dann geht es Richtung Heimat. Da wird dann das eine Auge lachend in die Luft springen und das andere geknickt und mit hängenden Mundwinkeln dahin trotten... bis dahin steht hier aber jetzt noch einiges an Abschieds-Tam-Tam an, was wir in vollen Zügen genießen werden!

Bis zum nächsten Mal verbleibe ich also mit einem Seemannsgruß, den ich gar großartig finde:

Mast- und Schotbruch!

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