Nächste Station: Odense, Dänemark.
Tag 5 des 'Abenteuer Erasmus' - da wird es jetzt mal Zeit für ein paar erste Einblicke.
Dank meines treuen Fiat Puntos war die Fahrt hier her richtig schön. Bin am Samstag mittag ganz stressfrei losgefahren: erstmal nur bis Hildesheim, dort hab ich dann in der Jugendherberge übernachtet und am Sonntag dann auf in den echten Norden. Deutschland mal vom fast südlichsten bis zum nördlichsten Zipfel zu durchfahren war echt cool und wiedermal hab ich fest gestellt wie schön unser eigenes Land doch ist.
Zum Beispiel der Hafen in Flensburg, wo ich einen Zwischenstopp eingelegt habe und mich über den nordischen Akzent und Kartoffelpuffer mit Lachs gefreut habe.
Der erste Eindruck meines Wohnheimzimmer war jetzt nciht soo einladend: Im kahlen Zimmer lag ein Stapel mit einem Bett, das optisch eher einer Pritsche gleicht und einem Stapel Bretter und Metall, mit dem ich nichts anzufangen wusste. Mit der entsprechenden Bettwäsche wurde die Pritsche dann aber zu einem netten Couch-Bett und der Brett-Metall-Haufen ist jetzt ein Regal mit integriertem Schreibtisch. Es wird also.
Am Montag war dann Einführungstag an der Uni. Zunächst haben die Informationen für mehr Verwirrung als Aufklärung gesorgt, aber ich muss mich wohl damit abfinden, dass ich jetzt wieder so was wie ein Ersti bin. Heute hatte ich meinen ersten Kuss in 'intercultural communication', der wirklich interessant zu sein scheint und den ein cooler Amerikaner unterrichtet.
Das Städtchen von Odense ist wirklich super hübsch mit einer süßen nordischen Altstadt und schönen Parks.
Ein paar Eindrücke:
ein Park gleich im Stadtzentrum
und Hans Christian Anderssen, der in Odense geboren ist, darf natürlich auch nirgends fehlen.
Einige Eigenheiten sind mir in Dänemark auch schon aufgefallen. Das hohe Maß an Lockerheit, Emanzipation und Gleichheit zeigt sich auf allen Ebenen. An der Uni wird Herr Soren Sorensen von den Studenten nicht Herr Sorensen genannt, sondern man ruft ihn ganz locker Soren, und in der Mensa wird auch gerne mal ein Bierchen getrunken (von mir bisher jedoch nicht). Es geht aber noch einen Schritt weiter: Männlein und Weiblein gehen an öffentlichen Orten auf die gleiche Toilette. Equality rulez, yeah!
Außerdem gibt es hier etwas, was ich bisher nur aus dem nordamerikanischen Raum kenne:
Außerdem gibt es in Odense wohl ständig irgendwelche Festivals. Derzeit zum Beispiel China-Wochen
Menschen, die im großen Streit um die Aussprache des Worts 'China' die Überzeugung vertreten, dass es Kina heißen muss, können also einfach nach Dänemark gehen - da pflichten ihnen dann alle bei.
Für Dänemark ganz wichtig ist außerdem natürlich die Königsfamilie. Und -Ehre wem Ehre gebührt- gestern wurden wir von Prinzessin Marie feierlich an der Universität empfangen. Und ich war ihr ganz nah, hab sogar ein gemeinsames Photo...
Ok, in echt sah das ganze so aus
Da 600 Austauschstudenten zu dem Empfang gekommen sind, gab es in dem Raum nciht genug Platz für alle, und wer zu spät kam durfte das Spektakel im Nebenraum über Leinwand verfolgen. Ich kam zu spät.
Immerhin haben wir sie aber danach beim Empfang noch aus etwa 15 Metern Entfernung gesehen, die liebe Marie und leckeres Essen und Getränke gab es auch. Trotzdem räume ich ein: Philipp, du hast gewonnen.
Das wars fürs Erste. Dänemark ist cool, jetzt geh ich dann mit ein paar Leuten zu so nem Konzert zum Semesterstart. Und meine deutsche Handynummer ist jetzt nicht mehr aktiv. SMS und Anrufe bitte an: 004550299492.
Bis ganz bald!
Eure Alex Alexsson