Overblog Alle Blogs Top-Blogs Reisen & Veranstaltungen
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU

Nächste Station: Odense, Dänemark.

Werbung

Wahr oder Unwahr

Ein wichtiges Anliegen von Erasmus ist ja, dass man Menschen anderer Nationen und Kulturen kennenlernen, Vorurteile ablegen und den Horizont erweitern soll. Nach gut zwei Wochen trägt der Dänemark-Aufenthalt schon erste Früchte und ich habe ein paar Erkenntnisse gewonnen. Ein Überblick:

 

Klischee Nummer 1:

Das Dänische Bildungssystem ist überragend: Kleine Klassen, Abkehr von Frontalunterricht, ein starker Dialog eine große Nähe zwischen Studenten und Dozenten.

 

Nicht bestätigt. Genau genommen unterscheidet sich der Unterrichtsstil hier nicht wesentlich von dem zuhause in Mainz. Kursgröße auch etwa 30 Personen +/- und die Dänenarbeiten auch nicht eifriger mit als das bei uns der Fall ist. Wie üblich hängt es stark vom Dozenten ab, wie sehr er die Studenten einbezieht, oder ob er eher seinen privaten kleinen Monolog hält. Stehkragen-Laptop-Kommilitonen, die zu allem ihren Senf dazu geben, sind mir jedenfalls noch nicht begegnet. Dafür aber durchaus Laptop-Kommilitonen, die die Unterrichtszeit viel lieber auf facebook totschlagen. Einen Unterschied gibt es allerdings doch: Studenten und Dozenten sind per Du, so wie hier alle Menschen, außer der könglichen Familien per Du sind. Im Großen und Ganzen aber: keine Angst vor der nächsten PISA-Studie - die Dänen sind bildungstechnisch meiner Meinung nach auch nicht besser als die Deutschen.

 

 

Klischee Nummer 2:

Dänen, ob männlich oder weiblich, sind alle blond, groß, schlank und schön.

 

Bestätigt (mit Einschränkung). Ok, es sind nicht alle, so 20 Prozent der Mädchen sind auch nicht blond, und es existieren einige wenige Personen, mit denen es Mutter Natur nicht soooo gut gemeint hat. Aber im Großen und Ganzen findet man in Dänemark doch eine recht große Auswahl an attraktiven -und gut gekleideten!- Menschen, und zwar egal ob alt oder jung.

 

 

Klischee Nummer 3:

Leben in Skandinavien ist teuer bis unerschwinglich.

 

Nicht bestätigt. Bei Restaurantbesuchen und dem alltäglichen Einkauf lässt man zwar schon etwas mehr Geld liegen. Aber es geht auch günstig, wenn man nur weiß wo und wie. Ich hab beispielsweise selten so viele Freibier-Angebote gesehen wie in den letzten Wochen. Und damit mein ich nicht 'man kriegt ein Freibier, wenn man z.B. in einen Club kommt'. Sondern da gibt es schon mal für ein paar Stunden Freibier in der ein oder anderen Bar und die Barkeeper machen auch nicht extra langsam um den Konsum etwas einzuschränken.

Einen richtigen Restaurant-Besuch habe ich mir bisher noch nicht geleistet. Dafür war ich noch nie in so kurzer Zeit so häufig bei IKEA essen wie in den letzten Tagen. IKEA ist direkt um die Ecke bei unserer Uni und da gibt es täglich Essen für 19 Kronen, was knapp 3€ entspricht und für dänische Verhältnisse mehr als ein Schnäppchen ist, sondern gleich ein ganzer Schnapp (die Endung -chen macht ja immer Dinge kleiner. Dann ist doch ein Schnapp ein noch günstigeres Angebot als ein Schnäppchen, oder?).

Also, ihr seht, es heißt nur "Gewusst Wie", dann kommt man auch in Dänemark gut über die Runden.

 

 

Klischee Nummer 4:

Franzosen sind komisch bis doof.

 

Nicht bestätigt. Noch nie hatte ich so ein positives Franzosen-Bild wie jetzt. Unter den Austauschstudenten wimmelt es nur so von Franzosen und die sind richtig nett und unterhaltsam. Mein französischer Mitbewohner ist ungefähr so gutherzig wie ein gewisser Herr Julius Sandmann und fragt auch gerne wenn ich morgens müde aus meinem Zimmer komme "Ohje, du bist müde. Soll ich dir etwas kochen?" - auf Englisch mit lustigem französischen Akzent. Also, Franzosen hier: top.

 

 

Ihr seht also, ich werde hier außerordentlich tolerant und weltoffen und habe sogar schon erkannt, dass das System 'Schublade auf, Franzose rein, Schublade zu' gar nicht so gut ist.

Für den Fall, dass dies irgendwann einmal ein zukünftiger Arbeitgeber oder der Geheimdienst liest, möchte ich gerne daraufhinweisen, dass dieser Eintrag mit einem gewissen Maß an Ironie und Übertreibung zu verstehen ist. Muss man ja heutzutage klarstellen, bei all der Online-Spionage und so.

 

Bis bald,

Eure tolerante Alex (TolerAlex)

Werbung
Zurück zu Home
Diesen Post teilen
Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post